Sonntag, 29. Juni 2008
Jetzt ist die Woche in Rapid City auch schon wieder vorbei und wir sind seit Freitag mal wieder im Spearfish Canyon.
Tilo hatte Dienstag wieder eine Vorlesung an der National American University und hat jetzt auch ein Diplom bekommen. Vielleicht kommen wir ja nochmals hierhin zurück für weitere Lectures...
Rapid City hat viele Vorteile – vor allem den Shop „Prairie Edge“ in den Tilo immer und immer und immer wieder gerne shoppen geht. Das ist ein Shop der Schmuck, Felle, Trommeln... der Native Americans verkauft. Und Tilo kauft Rasseln und kauft Fellreste und kauft Bücher und kauft Schmuck und kauft Perlen.... Wir haben schon ein erstes Paket geschnürt und Richtung Heimat versendet, da mittlerweile unsere Koffer die ganzen Sachen nicht mehr aufnehmen können. Das Paket ist Richtung Mömerzheim zur Familie Flatten unterwegs.... DANKE Euch fürs aufbewahren :-))
Rapid City hat aber auch einige Kuriositäten – wobei die eigentlich auf alle Orte hier passen. DRIVE THRU – kennen wir in Deutschland eigentlich nur von McDonalds und Konsorten. Hier gibt es nichts ohne Drive Thru. Banken.... Man fährt mit dem Auto vor, gibt seine Überweisungen in ein Rohr und die Formulare werden per Luftpost an die Mädels in der Bank weitergeleitet.... Klar Fressbuden sind alle mit DT. Aber Apotheken.... man fährt am Fenster vor und gibt das Rezept ab. Wir haben überlegt ob wir nicht ein Motel mit DT eröffnen sollen. Ich sitze am Fenster – nehme das Geld entgegen – gebe den Zimmerschlüssel raus – und die Leute fahren am Ende einfach wieder auf die Straße. Das noch niemand auf diese Geschäftsidee gekommen ist :-)))
Mittlerweile habe ich mich an die Geschwindigkeiten im Straßenverkehr hier gewöhnt. Alles ist unheimlich langsam aber auch irgendwie ganz angenehm. Wir haben einen Rentner getroffen und der hat uns von seinen Erlebnissen in Denver erzählt. Neee – dat wär nix für ihn.... Da fahre ich schon 60 Meilen (90 kmh) da überholen die mich noch mit 80 Meilen (120 kmh).... Wie das denn in Deutschland wäre, wollte er wissen. Wir haben ihm geraten lieber in Denver zu bleiben....
Aber an die Kreuzungen mit Stoppschildern werde ich mich nie gewöhnen – nääää auf keinen Fall. An den Kreuzungen haben alle 4 Seiten je ein Stoppschild. Erst einmal halten alle an – dann schauen sich alle der Reihe nacheinander an – so dann sind schon mal 2 Minuten rum - bis dann irgendeiner anfängt zu winken – der Angewunkene schaut dann nochmals alle anderen an, ob die damit einverstanden sind, daß er jetzt in echt fahren soll – dann gibt er gaaaaanz vorsichtig Gas und wartet dann aber lieber nochmals 1 bis 2 Minuten – und daaaaaann: ja weiss ich jetzt auch nicht weiter, denn wir sind in der Regel diejenigen die einfach durchfahren weil sowieso alle anderen stoppen..... :-))))
Auch die Art hier zu essen ist immer etwas komisch. Egal in welcher Stadt wir sind hat jedes Restaurant die gleichen Regeln und die gleichen Sprüche. Man wird begrüßt (Hi Guys how your doing?) und an den Tisch geführt. Dann will die Kellnerin wissen, ob man zu dem Eiswasser noch etwas anderes trinken möchten. Wir sagen dann z.B.: bitte kein Eiswasser und 2 Sprite – auch bitte ohne Eis. Nachdem die Kellnerin dann erst mal das Eiswasser gebracht hat, bringt sie die Sprites – natürlich mit Eis. Wir geben unsere Essensbestellung auf und sie sagt: Oh sounds good (hört sich gut an). Egal ob wir ein Sandwich mit Pommes bestellen oder ein opulentes Abendessen. Nach den ersten beiden Bissen, will sie wissen: everythings ok? Kauend bejahen wir und sie will wissen: do you need anything? (ob wir noch irgendetwas brauchen?) Immer noch kauend verneinen wir... Nachdem wir ungefähr die Hälfte verspeist haben, rauscht sie wieder ran und fragt: any room for desert (ob wir noch Platz für ein Dessert hätten?). Sobald wir das auch wieder verneinen – präsentiert sie uns lächelnd die Rechnung. Und witzigerweise verlassen die Amis an den Nachbartischen auch sofort nach dem letzten Bissen (auch noch kauend) das Lokal. Wir werden eher neugierig beäugt, weil wir immer noch ein bisschen sitzen bleiben und quatschen. Neeehhh nicht mehr kauend....
Es ist ziemlich heiß diese Woche. Wir haben in der Regel um die 30-32 Grad. Zum Glück gibt es einen schönen Park in Rapid City und der hat natürlich auch einen See für unseren Dude. Auf dem See fährt seit Tagen ein Mann auf einer Mähmaschine rum. Es sind ziemlich viele Algen im Wasser und der Mäher schneidet diese und nimmt sie dann gleich auf. Ist auch gut so, denn teilweise sieht Dude aus wie ein grünes Zottelmonster wenn er aus dem Wasser kommt.
Und wir waren wieder in der Liqueurbude... Denn das ist der einzige Ort, an dem es lecker kaltes Budweiser gibt. Diese Buden sehen ziemlich verloddert aus, sind aber in der Regel immer gut besucht.
Donnerstag waren wir nochmals bei Crazy Horse. Und ich habe RUTH gesehen – unglaublich diese alte Dame. Ich hatte ja schon über das Crazy Horse Monument und die Familie Ziolkowski geschrieben. Der Vater ist 1982 gestorben und seine alte Lady Ruth treibt die Idee des Monuments mit ihren Kindern immer noch voran. Sie hatte diese Woche Geburtstag (den 82.) und zu diesem Anlass wurde eine Lasershow veranstaltet. Nach der Fertigstellung des Gesichts von Crazy Horse (Juni 1998) wird jetzt überwiegend an dem Pferdekopf gearbeitet. Nach der Lasershow gab es zwei kleine Detonationen und etliches Gestein wurde am Pferdekopf gesprengt. Das war eine hervorragende Show aber wir haben kaum Bilder machen können, da sich innerhalb kurzer Zeit das Wetter wieder völlig verändert hatte. Es wurde in wenigen Minuten tiefe Nacht. Eine schwarze Wolke zog vor die Sonne und es schüttete aus Eimern. Zum Glück war das ganze Spektakel gegen 21 Uhr vorbei und die Show konnte beginnen. Ich hatte noch die Gelegenheit den Geburtstagskuchen zu fotografieren und wie gesagt Ruth persönlich zu sehen. Sie spazierte so durch die Menge und keiner schien sie wahrzunehmen oder zu kennen. Mmmmhh wenn bei uns der Millowitsch an seinem Geburtstag durch sein volles Theater spaziert wäre – do wöre die Lück eher jeck jewurde....
we proudly presents...
Apotheken Drive Thru
Futterbuden Drive Thru
unsere Liqueurbude mit lecker kaltem Bierchen
twentyfive is the speed limit (Tina Turner in Nutbush City Limits)
et is esu heiß in d`r Stadt (Gerd Köster)
doooch - wir kommen wieder
meine Jungs beim pas de deux
Teile der Berliner Mauer
grünes Zottelmonster
der Wasseralgenmäher
Ruth Geburtstagskuchen
Crazy Horse Monument mit schwarzer Wolke
zur Erinnerung... so sah es bei unserem letzten Besuch dort aus