Montag, 30. Juni 2008
In der Nähe von Deadwood gibt es einen kleinen Park von Kevin Costner – Tatanka, Story of the Bison. Wir besuchen ihn und erwarten dort eigentlich eine von den hier sogenannten Tourist Traps (Touristenfallen). Wir sind positiv überrascht, daß Costner sich mit der Geschichte der Native Americans seit Jahren sehr stark beschäftigt. Am Eingang ist ein kleines Kino in der eine Erklärung zu Tatanka gegeben wird. Ebenso zeigen sie dort die Eröffnungsrede von Costner, die uns sehr bewegt. Als junger Mann war er zum ersten Mal in den Black Hills (den heiligen Bergen der Indianer) und hat sich zur Aufgabe gestellt, die Schönheit dieses Landes vielen Menschen zugänglich zu machen.
Diese Idee hat er mit dem Film „Der mit dem Wolf tanzt“ verfolgt. Hier war er Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller. In der Nähe von Deadwood hat er ein Stück Land gekauft und plante dort ein riesiges Hotel zu bauen. Dazu war eine Eisenbahn geplant, die den Canyon überqueren sollte. Nachdem er sich aber immer mehr mit der Geschichte des Landes und vor allem der Vergangenheit der Indianer beschäftigte, war ihm klar, daß sein Traum nicht ein weiteres Hotel in den Black Hills sein konnte. Er wollte die Geschichte des Landes näher bringen.
So entstand die Idee von Tatanka (Lakota für Büffel). Der Büffel war für die Indianer überlebensnotwendig und nachdem der weisse Mann ins Land gedrungen war, schaffte er es innerhalb von wenigen Jahren diese Büffel fast auszurotten. Man geht davon aus, daß es um 1800 ca. 30 Millionen Büffel gab – davon überlebten nur ca. 1.000 Stück.
Die Indianer nutzten alles von den Tieren: das Fleisch zum essen, das Fell um sich vor Kälte zu schützen oder Tipis zu bauen und die Knochen um Werkzeuge herzustellen. Die Weissen war nur an dem Fell interessiert und schafften es fast, den Büffel komplett auszurotten.
Costner wollte eine Art Stätte der Erklärung schaffen und ließ dazu 14 überlebensgroße Büffel aus Bronze herstellen. Dazu drei Indianer auf Pferden, die die Büffel in eine sogenannte Buffalo Gap jagen. Traditionell jagten die Indianer die Büffel zu Fuss – was manchmal Tage dauerte. Nachdem sie Pferde zur Jagd nutzen konnten, trieben sie die Herden auf Abhänge zu und etliche Tiere stürzten hinab und starben dabei. Diese Jagdszene hat Costner mit den Figuren sehr lebensecht nachgestellt.
Am Ende seiner Rede fügt er noch hinzu, daß er sich vor diesem Volk voller Ehrfurcht verneigt. Das es trotz aller Schikanen und Ungerechtigkeit, die es durch den weissen Mann erdulden musste, immer noch aufrecht steht. Und daß die amerikanische Regierung solange die Vergangenheit verdreht und Lügen auftischt, bis alle wieder ruhig schlafen können. Wer sich das Video anschauen will.... http://www.kevincostner.com/ und dann oben rechts auf „Tatanka“ klicken. Weiter geht’s über das „Tatanka Center“ und dann rechts zum Video. Ich kann leider keinen Link einstellen.
In einem Haus sind viele originale Stücke und Kostüme aus dem Kinofilm ausgestellt. Wie mir eine Angestellte versichert, sind die meisten Stücke von Larry Belitz. Sie sagt, selbst das Kleid, daß sie im Moment trägt hat Larry für sie angefertigt. Wir werden Larry diese Woche nochmals besuchen und nach unseren Mokassins schauen, die er für uns machen will. Es ist schon erstaunlich, wie unglaublich nett und natürlich dieser Mann ist, der ein so grandioses Wissen in sich trägt und diese wunderschönen Stücke für den Film gefertigt hat.
Eingang zu Tatanka
die Buffalo Gap
die einzelnen Figuren
die Uniform von Captain Dunbar
und wer kennt sie nicht: steht mit Faust
und das Original von Larry
so werden unsere Mokassins wohl auch aussehen
Büffelschädel
Tipi von Larry
ganz schön gemütlich
der ist uns auf der Heimfahrt begegnet - hat wohl die Autobahn mit der Landebahn verwechselt
endlich wieder in unserem kühlen Canyon