Chamberlain am Missouri / South Dakota

Donnerstag, 10. Juli 2008

Langsam wird es unerträglich heiß im Reservat und wir beschliessen den Ort zu wechseln. Chamberlain am Missouri ist unser Ziel. Wir hoffen, daß es am Fluss etwas kühler ist und fahren erwartungsvoll los. Aufgrund der Geschwindigkeitsbegrenzung brauchen wir für die Strecke von 217 Meilen natürlich mindestens eine Übernachtung.

Unterwegs treffen wir wieder auf zwei von diesen gigantischen Campern, die sich gerade ein unendliches Überholmanöver-Duell liefern. Der eine scheint auch Richtung Chamberlain unterwegs zu sein, der hat sogar ein Boot drangehängt. Denn in Chamberlain spielt sich so ziemlich alles auf dem Wasser ab.

Wir übernachten in Winner und besuchen vorher in St. Francis das Eugen Büchel Museum. Der deutsche Priester Eugen Büchel ist im August 1902 nach Pine Ridge übergesiedelt und leitete dort eine Lakota Schule. Er ist nicht wieder zurück gekehrt nach Deutschland und verstarb 1954 in St. Francis im Rosebud Reservat. Zu der Schule gehört auch eine Kirche. Seltsamerweise ist sie in einer für eine Kirche ungewöhnlichen Farbe gestrichen: Lila. Ein Mann erzählt uns, daß die Priester die Kinder gefragt haben, in welcher Farbe sie sich ihre Kirche wünschen. Und das war eben Lila. Aber... die Priester haben sich an den Wunsch der Kinder gehalten. Und jetzt steht sie da und erstrahlt bis in weite Ferne.

Nach einer wegen der Hitze ziemlich schlaflosen Nacht in Winner machen wir uns wieder Richtung Chamberlain auf. Dort angekommen überqueren wir erst mal den Missouri und sind von dem glitzernden Wasser erschlagen – herrlich. Dann finden wir schnell ein Zimmer in einem tollen Hotel direkt am River und machen uns auch sofort auf den Weg nach draussen. Dude ist natürlich als erster im Wasser. Hat er sich aber auch nach der trockenen Prairie verdient.

Wir haben mal wieder den richtigen Zeitpunkt abgepasst. Am Wochenende findet auf dem Gelände vor dem Hotel ein Speedboot Rennen statt. Das wird gesponsert von einer dunklen Limonade (keine Schleichwerbung). Nein – nicht die mit dem roten Logo – die andere. OOOoccchhh ist doch nicht so schwer: Pepsi :-) Zelte und riesige Barbecue Grills, Hüpfburgen, Bierbuden werden aufgebaut. Eine Band richtet auf der Wiese vor uns ihre Bühne her. Und natürlich werden schon mal die Boote rangefahren. Dann sind wir mal gespannt was uns am Wochenende noch alles geboten wird.

Eine Kuriosität ist noch erwähnenswert, die ich mal wirklich klasse finde. Also ihren Müll haben die Amerikaner nun wirklich im Griff. Also zumindest den auf den Straßen. Denn hier kann man etappenweise die Highways adoptieren. Alle 2 Meilen sind hier die Hinweisschilder zu sehen, wer die nächste Etappe adoptiert hat. Das können die Mitarbeiter einer Firma sein oder eine Schulklasse oder ein Bowlingclub usw. Diese Leute treffen sich regelmäßig und sammeln den Müll vom Straßenrand ein. Im Gegensatz zu unseren Autobahnen oder Straßen sind hier keine leeren Flaschen, Mülltüten oder Bierdosen zu finden.

ich kaufe schon mal ein paar Eimer Farbe für unsere Kapelle in Mömerzheim

unendliches Überholmanöver

unvorstellbar in Deutschland - aber cool

ach ja - und hier gibts Radfahrer auf der Autobahn

endlich angekommen

der Missouri

und natürlich als erster im Wasser....?

und schon wieder zu faxen aufgelegt

der kommt heute nicht mehr aus dem Wasser

und ich gehe noch nicht "ganz" rein

aber morgen!

mal sehen, wie die morgen abgehen

hier lässt es sich aushalten

und hier der von der Pine Ridge Mission adoptierte Highway

und Dudi wurde von Twins adoptiert

gimme a kiss

ich hab dich sooooo lieb