Pine Ridge – Aufstellen der Tipis

Dienstag, 29. Juli 2008

Heute haben wir Fort Robinson verlassen aber natürlich mit einem riesen Becher Limonade für jeden. Wir haben uns auf den Weg nach Hot Springs gemacht und werden dort bis Freitag bleiben. Aber bevor wir im Motel einchecken können, fahren wir im Reservat zum Lakota Circle Village vorbei. Das ist der Platz an dem Dirk und Henning mit ihrer Reisegruppe einige Tage nach Lakota Art leben werden.

Geplant ist daß Larry Belitz mit drei von ihm selber gefertigten Tipis am frühen Nachmittag eintrifft und wir gemeinsam die Tipis aufstellen. Das hat auch wunderbar geklappt und Larry ist mit Pickup und Anhänger wie versprochen eingetroffen.

Sein Anhänger ist hoch beladen mit sogenannten Poles – das sind die Stangen fürs Tipi. Sie sind in 5er Gruppen zusammengebunden. Meine Aufgabe ist es die Stangen auseinanderzuschneiden. Eine schweisstreibende Arbeit bei der Hitze. Ausserdem muss ich Handschuhe tragen, da die Schere innerhalb von Minuten kochendheiss wird in der Sonne. Währenddessen diskutieren die Männer, wo denn die Tipis am besten aufgestellt werden. Irgendwie habe ich bei der Arbeitsverteilung nicht richtig aufgepasst...

Die Poles sind extra aus Montana geliefert worden. Hier wächst die Baumsorte Cottonwood aus der man Poles machen kann. Dieser Baum wächst sehr langsam und ist daher extrem fest und belastbar. Ausserdem wächst er kerzengerade und ist sehr schlank. Beim Auseinanderschneiden frage ich Larry, ob ich über die Poles klettern darf, um die Schnüre besser zu erreichen. In seiner ruhigen Art gibt er mir zur Antwort: diese Poles tragen die Seele der Tipis und wenn du darüber läufst, ist es als ob du über das Rückgrat deiner Mutter läufst.

Nachdem die Standorte bestimmt sind und die Ausrichtung der Tipis, fangen auch die Jungs an zu arbeiten. Als erstes werden die drei Hauptpoles aufgestellt und verschnürt. Diese Poles sind etwas dicker als die anderen. In die Lücken werden jeweils 4 weitere dünnere Poles eingehackt und anschließend mit einem Seil verbunden. Es ist unglaublich heiß und es ist gut, daß jetzt die ganze Mannschaft mit anpackt. Literweise wird das Wasser getrunken und ich halte zwischendurch mal den Wasserschlauch auf Hund und mich.

Larry rennt hin und her und erklärt jeden Schritt beim Aufbau. Wie könnte es anders sein, als das er auch originales Werkzeug dabei hat. So ist sein Hammer den er benutzt ein halbes Hirschgeweih. Ich habe es ausprobiert – funktioniert prima. Jetzt muss ich nur noch einen halben Hirsch in Mömerzheim finden. Mittlerweile ist die Tipihaut zusammengerollt auf einen weiteren Hauptpole gelegt und befestigt worden. Dieser Pole wird jetzt mit aller Kraft aufgerichtet und ebenfalls in den Polekreis eingehackt. Die Haut wird auseinandergezogen und mit vereinter Kraft um den Polekreis gelegt.

Die Front wird jetzt mit Sticks aus Chokecherry Holz verschlossen. Da die Indianer keine Leitern hatten, haben sie sich aus Poles eine gebastelt. OK – wir hätten jetzt eine... aber ... Ich fand es toll, daß die Gruppe darauf bestanden hat, daß wir jetzt auch bei der Tradition bleiben und uns eine basteln. Keiner wollte die Aluminiumleiter nutzen, die gleich nebenan stand. Irgendwann nach vielen Stunden Arbeit standen drei wunderschöne Tipis auf dem Platz in der Abendsonne. Nebenan ist ein Shade (ein Schattenplatz) aus Holzzweigen gebaut. John hat ihn noch mit einem Kuhschädel dekoriert, was richtig klasse aussah.

Nachdem dann klar war, daß jeder in der Gruppe einen Schlafplatz bekommt, haben wir uns langsam auf den Weg Richtung Hot Springs gemacht. Denn hier mussten wir uns um unseren Schlafplatz kümmern und hofften noch auf ein Abendessen. Wir hatten noch eine Stunde Fahrtzeit bis zum Motel. Und was wir in Amerika ziemlich schnell gelernt haben, ist daß die „Restaurants“ hier sehr früh schließen. Ab 9 Uhr hat hier alles zu und es gibt mit viel Glück noch einen offenen Fast Food Laden. In Rapid City haben wir einmal selbst diesen Moment verpasst und genossen Kartoffelchips mit Salatdressing zum Abendessen :-((( Aber zum Glück hatten wir noch ein kaltes Bier dazu – wie sagt man so schön: der Hunger treibt`s rein.... In Hot Springs gabs aber noch Pizza und Salat vom Pizza Hut und nachdem wir uns Schweiss und Dreck runtergewaschen haben, sind wir dann hundemüde ins Bett gefallen....

erst wird der Standort und die Ausrichtung bestimmt

die drei Hauptpoles werden verschnürt

alle sind begeistert, als sie auch stehenbleiben

so sieht der fertige Poleskreis aus

die Tipihaut wird befestigt

hochgehievt...

 

und eingehackt

so siehts doch schon mal ganz prima aus

hier bastelt man fleissig an der Leiter

und sie hält!

und schon gehts an Nächste

und die Mädels helfen fleissig mit

während die Jungs wieder eher diskutieren...

Dirk findet das eher gar nicht lustig :-)

Cowgirl mit Lasso

das ist zwar keine Büffelhaut aber trotzdem ganz schön schwer

John verschönert den Shade

und feuert dann den Ofen an (Dude weiss immer wo es was zu essen gibt)

Tipihimmel von innen

und von aussen

der Lohn der Arbeit

jetzt machen wir uns langsam auf den Weg